41. Treffen der „Europäischen Nachtwächter- und Türmerzunft“

BAD BENTHEIM BEGRÜSST DIE ZUNFTMITGLIEDER

Autor: Nina Benninghoff

  

In Bad Bentheim fand am Himmelfahrtswochenende (14. – 17. Mai)  das 41. Jahrestreffen der Europäischen Nachtwächter- und Türmerzunft statt.
Doch was hat es damit eigentlich auf sich? Gegründet wurde das Netzwerk 1987 im dänischen Ebeltoft. Die Mitglieder kommen aus verschiedenen Ländern Europas: Deutschland, Dänemark, Niederlande, Norwegen, Großbritannien, Österreich, Frankreich, Polen, Schweiz und Tschechien. Ein länderübergreifender Erfahrungsaustausch, der dieses historische Brauchtum erhalten und präsentieren möchte.

Die Nachtwächter sind in meinen Augen ein Stück Kulturgut, was immer noch zu wenig bekannt ist. Angefangen im Mittelalter war es die Aufgabe der Nachtwächter nachts durch die Straßen und Gassen der Stadt zu gehen. Sie sorgten für Ruhe und Ordnung, warnten schlafende Bürger vor Gefahren wie Feuer und Dieben. Zudem war es die Aufgabe eines Nachtwächters das ordnungsgemäße Verschließen der Haustüren und Stadttore zu überwachen und die Stunden anzusagen. Ein Nachtwächter besaß eine typische Ausrüstung mit einer Hellebarde bzw. einer ähnlichen Stangenwaffe, einem Horn und einer Laterne.
Man kann durchaus sagen, dass die damaligen Nachtwächter Security, Polizei und Ordnungsamt in einem waren.

Heute gibt es in einigen Städten Stadtführer, die als „Nachtwächter“ unterwegs sind und über die Stadtgeschichte und die Arbeit des Nachtwächters berichten, was durch Musik, Gesang und Gedichte sehr unterhaltsam ist. Eine Traditions- und Brauchtumspflege, die man sich auf jeden Fall mal anschauen sollte.

Bad Bentheim pflegt diese Tradition seit über 30 Jahren und war jetzt stolzer Gastgeber beim diesjährigen Jahrestreffen. Natürlich gab es nicht nur für die Öffentlichkeit ein buntes Programm ( Sternenmärsche, Nachtwächter- und Türmerfest, ökumenischer Abschlussgottesdienst), sondern auch für die Nachtwächter und Türmer (interne Sitzungen, Bustour).

Der Wettergott meinte es an diesem Wochenende leider nicht ganz so gut mit den angereisten Besuchern. Zwischendurch kam die Sonne mal raus, aber überwiegend war es doch recht kühl mit viel Regen. Und dennoch war es ein tolles Treffen. Wenn man sich die Nachtwächter und Türmer so anschaut, verschiedene Nationen, wie sie miteinander umgehen, wie stolz sie auf ihr Brauchtum sind, wie herzlich und freundlich sie auftreten, wie offen sie sind,… – dann ist auch das Wetter egal, denn die Sonne und Wärme tragen sie definitiv im Herzen.

In diesem Jahr ist der langjährige Zunftmeister Johannes Thier von seinem Posten zurückgetreten. Ein neuer Zunftmeister wurde gewählt und zum Oberhaupt der Zunft ernannt: Thorsten Rohmert aus Oberhausen-Holten. Alles Gute.

Ich beende diesen Bericht mit dem Refrain des Nachtwächterliedes:
„Menschenwachen kann nichts nützen, Gott muss wachen, Gott muss schützen. Herr, durch diene Güt`und Macht schenk uns eine gute Nacht.“